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Wie wir unser Zuhause effektiv lüften können

Die Türen sind geöffnet, sodass der Raum gelüftet werden kann.

Die Raumlüftung ist eine tägliche Aufgabe, die wir allzu gern vergessen und damit unwissentlich sowohl unserem Zuhause als auch unserer Gesundheit schaden. Obwohl es wichtig ist, jederzeit unabhängig von der Jahreszeit zu lüften, haben wir im Sommer ein noch größeres Bedürfnis danach, wenn es im Raum schnell heiß und stickig wird. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, weshalb Belüftung für einen komfortablen Aufenthalt von größter Bedeutung ist und wie Sie sie am besten durchführen.

Wussten Sie, dass wir ca. 90 % unserer Zeit in unseren vier Wänden verbringen (Quelle: Healthy Buildings)? Wenn Sie beispielsweise 50 Jahre alt sind, bedeutet dies, dass Sie 45 Jahre im Haus verbracht haben! Hinzu kommt die Tatsache, dass moderne Gebäude immer luftdichter werden und gedämmt sind. Wir müssen daher erkennen, dass die Raumlüftung heute eine entscheidende Rolle spielt.

Eine gute Abdichtung des Gebäudes, wozu auch alle hochwertigen Fenster und Eingangstüren einen wichtigen Beitrag leisten, haben natürlich viele Vorteile, die sich jeder Immobilienbesitzer wünscht, wie zum Beispiel die Vermeidung von Umgebungsgeräuschen und die einfache Aufrechterhaltung der gewünschten Temperatur. Leider hat es auch einen ungewollten und unerwarteten Nebeneffekt – Ansammlung von Feuchtigkeit und verschiedenen Luftschadstoffen im Raum. Dies kann zum Folgenden führen:

  • allergische Reaktionen,
  • Kopfschmerzen und Migräne,
  • trockener Hals und Husten,
  • tränende oder juckende Augen,
  • Müdigkeit und Schläfrigkeit,
  • mangelnde Konzentration.

Wenn Sie auch mit den oben genannten Problemen konfrontiert sind und nicht wissen, worauf sie zurückführen sind, kann eine der einfachsten Lösungen die Belüftung sein.

Schlecht belüftete Räume können Kopfschmerzen verursachen.
Eine der möglichen Folgen schlechter Raumluft sind Kopfschmerzen.

Warum ist die Belüftung der Wohnung überhaupt wichtig?

Für die Belüftung der Wohnung gibt es mehrere Gründe als nur die Beseitigung von unangenehmen Gerüchten; es geht in erster Linie um Ihre Gesundheit.

Dämmung moderner Gebäude

Das Ersetzen älterer Türen und Fenster durch neuere ist heute eine sehr beliebte und effektive Methode der energetischen Sanierung des Zuhauses; damit können Sie viel an Kühl- und Heizkosten sparen. Wie wir aber bereits erwähnt haben, geht damit jedoch meistens eine schlechter Luftqualität und dadurch beeinträchtigten Wohnbedingungen mit einher. Ältere, weniger dicht verschlossene Türen und Fenster lassen oft Luft herein und sorgen so unmerklich für die natürliche Belüftung.

Ansammlung verschmutzter Luft

Wenn wir über Luftverschmutzung sprechen, stellen sich viele Menschen die Luft draußen vor, die mit Smog oder Abgasen belastet ist. In Wirklichkeit ist die Luft im Inneren genauso stark oder sogar noch stärker verschmutzt – am häufigsten mit Schimmel, Milben, Pollen oder Tierschuppen (Quelle: WebMD). Einige dieser Stoffe schleichen sich unwissentlich in Ihr Zuhause ein, zum Beispiel auf Ihrer Kleidung, auf der Kleidung Ihrer Gäste oder in Alltagsgegenständen wie Düften, Reinigungsmitteln und Wandfarben.

Auf innere Luftschadstoffe reagieren Kinder, Asthmatiker und ältere Menschen besonders empfindlich – weil viele Allergene darunter sind, und natürlich auch Allergiker. Zudem ist zu bedenken, dass manche Auswirkungen der Luftverschmutzung erst nach längerer Zeit, nach wiederholtem Ausgesetztsein, bemerkbar werden. Regelmäßige Raumlüftung ist daher äußerst wichtig für die Gesundheit.

Eine Frau sieht sich den Schimmel an der Tür an.
Mit der richtigen Belüftung können Sie das Auftreten von Schimmel verhindern.

Übermäßige Luftfeuchtigkeit

Durch die Belüftung wird Sauerstoff in den Raum hereingelassen, der neben der Frische der Luft für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgt – nach Empfehlungen sollte diese zwischen 30–50 % liegen (Quelle: Mayo Clinic). Übermäßige Luftfeuchtigkeit trägt zur Bildung von Oberflächenkondensation und folglich Schimmel bei, der nicht nur Ihre Wände, sondern auch Ihre Lungen angreift. In den Sommermonaten verursacht dies auch die bekannte Schwüle, die den Aufenthalt im geschlossenen Raum unerträglich machen kann.

Die Luftfeuchtigkeit im Raum wird durch verschiedene tägliche Aufgaben wie Kochen, Waschen, Baden, Duschen, Wäsche waschen und trocknen und das Gießen von Zimmerpflanzen erhöht. Deshalb wird beispielsweise empfohlen, die Wäsche draußen zu trocknen, was in den wärmeren Monaten kein Problem darstellen sollte. In der Küche können Sie problemlos eine Dunstabzugshaube installieren, in anderen Innenräumen einen Luftentfeuchter, der gleichzeitig Allergene herausfiltert.

Die einfachste Lösung zur Ableitung von Feuchtigkeit und Schmutz in der Luft ist jedoch immer noch das regelmäßige Öffnen der Fenster.

Tipps für effiziente Belüftung der Wohnung

Obwohl die Belüftung an sich eine leichte Aufgabe ist, gehen die meisten von uns immer noch ein wenig leichtsinnig damit um. Im Folgenden haben wir einige Richtlinien für Sie zusammengestellt, um die am häufigsten gestellten Fragen zum richtigen Lüften zu beantworten.

Wie lange und wie oft lüften?

Für optimale Lebensbedingungen wird die Luftzuglüftung empfohlen, die regelmäßig und in kürzeren Abständen durchgeführt wird. In der Praxis bedeutet dies eine Belüftung von mindestens 3-mal täglich für 3–5 Minuten, unabhängig von der Außentemperatur. Am besten ist es, dass Sie die gesamte Etage gleichzeitig lüften (Quelle: Dominvest). Dadurch wird die Innenluft (warm und feucht) durch die Außenluft (kalt und trocken) ersetzt. Wie lange und wie oft gelüftet wird, hängt auch von der Personenzahl und der Größe des Objekts ab; große Familien in kleinen Wohnungen sollten häufiger lüften als kleine Familien in größeren Wohnungen.

Eine Frau öffnet das Fenster, um frische Luft ins Haus zu lassen.
Haben Sie heute Ihr Zuhause schon gelüftet?

Wie lüftet man das Haus?

Die Belüftung kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden. Am geeignetsten ist es, sowohl das Fenster als auch die Tür weit öffnen, um Zugluft zu erzeugen – wenn die Aufteilung der Räume oder Fenster dies natürlich zulässt. In diesem Fall wird die Luft daher schnell ausgetauscht und es genügen dafür nur ein paar Minuten Belüftung. Wie bereits erwähnt, sollte dieser Vorgang mehrmals täglich wiederholt werden, vor allem, wenn Sie viel zu Hause sind. Andererseits können Sie nur das Fenster weit öffnen und die Tür geschlossen lassen. In diesem Fall genügen für eine effektive Belüftung 5 bis 15 Minuten.

Bei der Belüftung mit gekippten Fenstern (d. h. Fenster „auf Kipp“) wird die Luft im Raum langsamer ausgetauscht, daher sollte es länger geöffnet bleiben – ca. 15–30 Minuten bei gleichzeitig geöffneter Tür, bzw. 30–60 Minuten, wenn die Tür geschlossen ist. Diese Methode gilt für weniger effektiv, da Frischluft in vielen Fällen nur den Bereich um das Fenster selbst und nicht den gesamten Raum erreicht, was zu Oberflächenkondensation und folglich zu Schimmelbildung führen kann. Aus dem gleichen Grund wird von der ganztägigen Lüftung mit gekippten Fenstern abgeraten.

Im Sommer empfiehlt es sich, dem Lüften noch mehr Zeit als üblich zu widmen. Bei Querlüftung (weit offen und Zugluft), die auch am effektivsten ist, sind das 15–30 Minuten.

Wann ist die beste Zeit für die Belüftung der Wohnung?

Lüften Sie am besten dann, wenn die Außenluft am wenigsten verschmutzt ist. Daten für europäische Städte zeigen, dass dies nicht früh morgens oder spät abends ist, wie viele erwarten würden, sondern zwischen etwa 12.00 und 18.00 Uhr. Es folgen die Zeitfenster 18.00–20.00 und 4.00–6.00 Uhr (Quelle: Smart Air).

Im Sommer sollte man auch die Hitze beachten, wodurch die Belüftung tagsüber wohl noch nicht optimal sein wird. In jedem Fall ist es wichtig daran zu denken, dass Lüften besser als Nichtlüften ist, wann immer Sie diese durchführen; denn die Verschmutzung in den Innenräumen stellt ein größeres Problem dar als die Verschmutzung im Freien.

Welche Räume lüften?

Die Küche und das Bad sie sind Räume, die in jedem Haus der stärksten Feuchtigkeit ausgesetzt sind, also geben sie ihnen beim Lüften den Vorrang. In der Küche wird empfohlen, dies nach dem Kochen oder Geschirrspülen in der Maschine zu machen, und im Badezimmer nach jedem Bad oder Dusche. Je nachdem, wie viel Zeit Sie dort verbringen, sollten Sie auch nicht das eigene Schlafzimmer vergessen. Letzteres wird am besten morgens gelüftet, wenn man aufwacht. In anderen Räumen ist das Lüften meist kein besonderes Problem, sodass Sie diese weniger oft lüften können. 

Ist natürliche oder mechanische Lüftung besser?

Reicht die natürliche Lüftung durch Fenster und Türen heute noch aus oder ist technische Hilfe erforderlich? Wir können uns zu Gunsten der natürlichen Lüftung entscheiden, wenn Sie sich ausreichend Zeit nehmen, diszipliniert sind und die oben beschriebenen Richtlinien befolgen. Ansonsten ist es vielleicht besser, eine Lüftungsanlage zu verwenden, die aber auch eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellt und bei der Planung einer Renovierung oder eines Neubaus einer Wohnung zusätzliche Überlegungen erfordert, aber sie kann die Arbeit erleichtern und jederzeit Ihre Gesundheit schützen.

Eine graue Alu-Haustür für Inotherm ist zum Zwecke der Belüftung geöffnet.
Auh Ihr Einfang bzw. Ihre Flur braucht Belüftung!

Aber Achtung! Ventilatoren, die wir gerne in den Sommermonaten einsetzen, sind für Lüftungszwecke nicht geeignet. Mit ihnen wird die Luft im Raum nur gemischt und nicht ausgewechselt. Klimaanlagen hingegen sind eine gute Wahl für die Sommerlüftung, da sie Schmutz wie Pollen effektiv aus der äußeren Luft entfernen. Diese sind besonders praktisch in Räumen, die der Feuchtigkeit ausgesetzt sind und keine Fenster, wie einige Keller und Badezimmer, haben. Ihr Vorteil ist definitiv, dass sie eine genauere Steuerung des Luftstroms als durch das Öffnen von Fenstern ermöglichen, was in einigen Fällen automatisch verläuft.